Zuerst veröffentlicht auf: 2. Treffen SSV-Ehrenamt vom 16.01.2026
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Gesprächsnotiz: Videokonferenz „Projektbasiertes Ehrenamt“
Datum: 16.01.2026 | Zeit: 16:00 – 16:30 Uhr
Teilnehmer: Andreas Schäper, Reinhard Stricker, Michael Tönsing \ Notiz
1. Potenzial und Motivation
- Nachwuchs: Es besteht ein hoher Respekt vor den Aufgaben im Ehrenamt. Junge Menschen sind bereit, sich einzubringen, benötigen aber klare Leitplanken.
- Intrinsische Motivation: Sogenannte „Zugelaufene“ (Menschen, die von sich aus aktiv werden wollen) bilden eine wertvolle Basis.
- Akquise-Kanäle: Die Webportale der Stadt Halle (Westf.) sowie des SSV HW sollen gezielt genutzt werden, um diese Personen „abzuholen“.
2. Qualifizierung und Kooperation
- Partner: Der Kreissportbund (KSB) wird als zentraler Partner für die Ausbildung von Übungsleitern gesehen.
- Hürden: Kritisch bewertet werden die teilweise hohen Schulungskosten (insb. Tennis, Handball, Kinderturnen, Fitness), die abschreckend wirken können.
3. Herausforderungen im Vereinsalltag
- Anforderungen der Eltern: Es gibt einen steigenden Druck durch Eltern, die formale Nachweise (z. B. erweitertes Führungszeugnis) für Übungsleiter einfordern.
- Rollendynamik: Die Differenzierung zwischen (hochqualifizierten) Trainern und (unterstützenden) Betreuern birgt ein gewisses Spannungsfeld, das moderiert werden muss.
4. Neue Zielgruppen
- Fokus „Zugereiste“: Neu hinzugezogene Personen und Familien werden als besonders interessante Zielgruppe identifiziert, da sie oft Anschluss suchen und neue Impulse mitbringen.
Konzeptentwurf: „Ehrenamt Neu Denken – Projektbasiert & Zielgruppennah“
Diskussionsgrundlage für das nächste Regeltreffen
Beurteilung der Inhalte und Erörterung einer Einsetzbarkeit für „welche Zielgruppen“
Einleitende Zusammenfassung
Dieses Konzept zielt darauf ab, die Barrieren für ein Engagement im Sportverein zu senken. Anstatt langfristiger, starrer Verpflichtungen setzen wir auf projektbasierte Einsätze, die gezielt Neuzugezogene und intrinsisch motivierte Personen ansprechen. Durch eine enge Kooperation mit dem KSB und eine klare Kommunikation der Qualitätsstandards (z. B. Führungszeugnisse) begegnen wir den steigenden Anforderungen von Eltern und Verbänden, während wir gleichzeitig die finanzielle Hemmschwelle bei der Ausbildung reduzieren.
Abschnitt 1: Die „Onboarding“-Strategie (Digital & Lokal)
Um die „Zugelaufenen“ und „Zugereisten“ effektiv zu erreichen, muss die digitale Präsenz gestärkt werden.
- Zentrale Anlaufstellen: Implementierung eines „Engagement-Finders“ auf den Portalen der Stadt Halle und des SSV HW.
- Willkommens-Paket für Zugereiste: Gezielte Ansprache von Neubürgern (z. B. über Infomaterial im Bürgerbüro), um den Verein als sozialen Ankerpunkt zu positionieren.
Abschnitt 2: Qualifizierungsoffensive & Kostenmanagement
Die Kosten für Übungsleiterscheine dürfen kein Ausschlusskriterium sein.
- Stipendien-Modell: Der Verein/SSV übernimmt die Kosten im Gegenzug für eine zeitlich begrenzte Projektmitarbeit (z. B. Leitung eines 10-wöchigen Kurses).
- KSB-Synergien: Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund, um Inhouse-Schulungen oder Gruppenrabatte für lokale Vereine zu erwirken.
Abschnitt 3: Rollenklärung: Trainer vs. Betreuer
Um Spannungsfelder zu vermeiden, definieren wir klare Aufgabenprofile.
- Trainer: Fokus auf sportliche Qualität und Lizenzierung.
- Projekt-Betreuer: Fokus auf Organisation, Teambuilding und Elternkommunikation. Dies ermöglicht einen niederschwelligen Einstieg ohne sofortige Lizenzpflicht.
Abschnitt 4: Qualitätssicherung und Vertrauensschutz
Das Thema „Führungszeugnis“ kommunizieren wir nicht als Misstrauen, sondern als Qualitätsmerkmal.
- Standardisierung: Einführung eines einfachen, wertschätzenden Prozesses zur Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses für alle Aktiven.
- Transparenz: Proaktive Kommunikation gegenüber den Eltern, dass Sicherheit und Professionalität an erster Stelle stehen.
Nächste Schritte zur Diskussion:
- Wie können wir das „Stipendien-Modell“ für die Ausbildungskosten konkret finanzieren?
- Welches Pilotprojekt (z.B. ein begrenztes Angebot für Kinderturnen) eignet sich für den Start?